Re-Thinking Projektleitung – weitere neue Erkenntnisse über die Zukunft des Projektleiters

Nun haben sich wieder 7 Projektmanager mit mir zusammen – diesmal in München – im Rahmen eines HAUFE-Seminars Gedanken zu ihrer Zukunft gemacht. Nach einem Abschnitt, in dem sich alle mit ihren Projekten in der jeweiligen Firma verortet haben (systemischer Blick auf das Projekt: Zusammenhänge und Abhängigkeiten erkennen in den Strukturen einer Organisation sowie Kennenlernen der jeweiligen Kultur/ Führungsphilosophie usw.) und wir die sich daraus ergebenden Herausforderungen an die Projekte und ihre Manager bzw. Leiter diskutiert und uns mit den öffentlich zugänglichen Einschätzungen dazu beschäftigt haben, wurden die Rollen gesammelt, die es braucht, um ein gutes Projekt zu machen. Und diese Rollenvielfalt wurde dann wie in einer Werkstatt mit den unterschiedlichen Argumenten den neuen, agilen Rollen ScrumMaster, ProductOwner und selbstorganisiertes Team zugeordnet, wieder verändert, neu überlegt – natürlich auch mit der Frage, was bleibt (sinnigerweise) für den Projektmanager/-leiter übrig? Und interessanterweise gab es ganz unterschiedliche Erfahrungen: der Projektmanager bleibt erstmal und koordiniert die neu-entstandenen Scrum-Teams – ist also sowas wie ein chiefScrummer. Eine andere, sehr häufig anzutreffende Variante ist: der Projektleiter geht auf eine Scrum-Schulung ist wird mit der Erwartung konfrontiert – wieder zuhause – dass er Scrum einführt. Dann hat er beide Rollen und wächst aber dann teilweise in die Scrum-Welt rein und bleibt da. wieder eine andere Variante besteht im Wechsel des Projektleiters zum ProductOwner, weil er bisher schon den meisten Kundenkontakt hatte. Und wenn es sowieso schon ein PMO gab, dann gibt es natürlich auch die Variante, dass der Projektleiter, der sich nun mit Scrum &Co (wenigstens etwas) auskennt, in die Rolle PMO-Team-Mitglied wechselt, um die Scrum-Teams zu betreuen. Wahrscheinlich gibt es noch mehr Varianten – spannend ist ja die Frage, welche Variante – also welcher Rollen-Zuschnitt – hat eine sinnvolle, günstige, zukunftsweisende Perspektive im Sinne der agilen Weiterentwicklung der Projektelandschaft und ggf des gesamten Unternehmens?

Wir sind gespannt auf Ihre Beiträge zu dieser Diskussion.

Ganz nebenbei: in der Fachgruppe „Führen im Projekt/ von Projekten“ recherchieren wir grade genau zu dieser Frage und haben schon erste Ergebnisse. Bei Interesse einfach melden.

Projektleiter 2030 – wohin geht die Reise bei weiterer Digitalisierung und agilem Umbau? – ein Beitrag für die Blogparade im projektmagazin

Projektleiter 2030  – längst abgeschafft oder Schaltzentrale der (digitalen) Projektwelt? Wir beteiligen uns an der spannenden Blog-Debatte im projektmagazin

Noch im Dezember des letzten Jahres stellte das projektmagazin diese spannende Frage im Rahmen einer Blogparade und auch wir haben ein paar Gedanken dazu: im Aufriss wird auf die weitere Digitalisierung von Produktion und Dienstleistung verwiesen und die Erwartung, dass dieser neue Schub das Aus für einige Berufsgruppen sein dürfte, aber auch das Entstehen neuer Berufe und die Neu-Ausrichtung von bestehenden Berufen provoziert. Ob das dann eine „Degradierung“ oder eine „Aufwertung“ sein wird, muß noch offen bleiben, auch wenn der zuständige Redakteur bereits in der Wortwahl durchblicken lässt, dass er den PL in der Gefahr sieht – grade auch vor dem Hintergrund neuer Rollen wie product-owner und scrum-master – „nur noch die Koordinationsstelle für die Projektbeteiligten“ zu sein.

Es wäre naiv zu glauben, die seit vielen Jahren zu beobachtende Veränderung des PM-mind-sets und der Methodologie/ Verfahrensweisen (TOC, agil, hybrid usw.) aus den bereits genannten Gründen (Markt-Dynamik usw.) wie auch der – zumindest bei den Unternehmen, die den agilen Ansatz verstanden haben – um sich greifende Unternehmens-Umbau bliebe ohne Folgen für die Rolle bzw. besser gesagt das Rollen-Set des PL oder PM. Insofern ist es der Verdienst dieser Parade, mal eine Debatte darüber zu eröffnen, wie die Betroffenen und ggf ihre Chefs, diesen Wandel erleben und wo sie – grade aufgrund der Digitalisierung, aber auch aufgrund vielfältiger anderer Umbau-Aktivitäten – Befürchtungen oder Hoffnungen für sich und ihren Berufsstand für die Zukunft haben.

Mein Statement beschäftigt sich damit, dass es wohl in der Tat in Richtung Planung, Steuerung u.ä. Teilbereichen der Projektleiter-Arbeit eine weitere Automatisierung geben wird, dass es aber aufgrund der Vielfalt der Rollen und der sich im Projektgeschäft jetzt schon abzeichnenden neuen-(alten) Aufgaben wie z.B. Vernetzung, mehr Problemlösungen im Zusammenspiel mit dem Kunden, vielfältige Moderationsarbeiten, höhere Anforderungen an die Koordinierung komplexer Aufgaben-Pakete, sorgfältigere Stakeholder-Bearbeitung u.ä. eine Stärkung des PL geben kann. Vorausgesetzt, dass die sich zur Zeit abzeichnende Auseinandersetzung zwischen neuen Rollen(trägern) und dem Rollen-Set des PL zukunftsgerichtet geführt und er aufgrund seiner Bedeutung für die strategische Gesamtausrichtung des Unternehmens auch gestützt wird.

Folgen Sie dem Link und verfolgen Sie die Debatte und beteiligen Sie sich https://www.projektmagazin.de/blogparade_2017 oder schreiben Sie hier ihre Meinung zu diesem spannenden Thema. Wir freuen uns darüber und würden gerne mit Ihnen auch Ihre derzeitigen Beobachtungen diskutieren, weil wir glauben, dass sich hier in vielen Unternehmen eine wichtige Weichenstellung abzeichnet.

Ich wünsche noch ein tolles, spannendes, anregendes, aber auch leichtes und friedliches neues Jahr und grüße herzlich, Klaus Wagenhals

Blog Beitrag 3

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